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Katzen fangen

Tierarzt

Wenn Sie mitbekommen, dass in Ihrer Umgebung auf einen Fabrikgelände, in einem wilden Garten oder in Parks streundende Katzen leben, können Sie viel tun, um zu vermeiden, dass hier bald viele hungernde, kränkliche Katzen aufwachsen, die sich rasant vermehren, früh sterben und womöglich noch Seuchen verbreiten. Informieren Sie uns darüber, wenn Sie mitbekommen, dass in Ihrer Umgebung wild lebende Katzen gefüttert werden oder wenn Sie selbst regelmäßig streunende Katzen füttern. Mit Ihrer Hilfe können wir verhindern, dass in Ihrer Umgebung bald viel Katzenleid geschieht! Sprechen Sie auch mit Nachbarn oder Anwohnern im betroffenen Gebiet. Vielleicht können Sie zusammenlegen, um die Kastration der Tiere zu finanzieren und so zu verhindern, dass die Population hier Überhand nimmt. Fragen Sie auch Firmen in der Gegend und die Gemeinde oder Stadt, ob sie bereit sind, einen Teil der Kosten zu tragen.

Auch wenn "Katzen fangen" etwas grob klingt: Natürlich wird kein Tier dabei verletzt oder Schmerzen erleiden, ganz im Gegenteil: Nach der Kastration können Sie die Tiere wieder freilassen. Kleine Katzen können Sie in ein neues Zuhause vermitteln und kranke Katzen beim Tierarzt behandeln lassen.

Sie ahnen es vielleicht schon: Um eine Katze zu fangen, braucht es viel Geduld! Zunächst können Sie die Population beobachten! Führen Sie am besten ein kleines Katzen-Tagebuch, in dem Sie die Katzen beschreiben, ihren Gesundheitszustand einschätzen und zählen, wie viele erwachsene Tiere, Katzenmütter oder trächtige Kätzinnen und Katzenkinder es in der Gruppe gibt. Perfekte Voraussetzungen gibt es, wenn die Tiere durch das regelmäßige Füttern schon etwas Vertrauen zu Ihnen gefasst haben.

Nehmen Sie sich etwa ein bis zwei Wochen Zeit, um den Fang vorzubereiten. Füttern Sie die Katzen in dieser Zeit soweit möglich am selben Ort und zur gleichen Uhrzeit! So vermeiden Sie, dass auch Katzen und Nagetiere aus anderen Siedlungsgebieten angelockt werden. Also keine Futterreste liegen lassen! Für frisches Wasser sollten Sie am Futterplatz aber immer sorgen. Am einfachsten sind die Katzen dann an ihrem Futterplatz zu fangen. Wenn jemand anderes die Katzen füttert, sprechen Sie sich mit den Leuten ab und informieren Sie sie über ihr Vorhaben, vielleicht können sie helfen. Befinden die Katzen sich auf einem Privatgelände oder Firmengrundstück, brauchen Sie natürlich unbedingt die Erlaubnis des Besitzers!

Wichtig: Wenn die Mutterkatzen gerade Junge bekommen haben, sollten Sie es vermeiden, sie einzufangen. Stillende Katzen erkennen Sie an den geschwollenen Zitzen! Ideal ist es, wenn Sie eine Katze fangen, die ihre Jungen noch im Leib trägt. Sie können die Katze bei sich beherbergen, bis sie Junge wirft, und diese dann später in ein Zuhause in ihrem Bekanntenkreis vermitteln. Sie können die Katze auch bei uns in den Pflegestellen abgeben, wenn Sie nicht genügend Zeit oder Platz haben, um sich um sie zu kümmern.

Am Tag vor dem Fang geben Sie den Katzen kein Futter! Sie werden dann ziemlich hungrig sein, und sie haben viel bessere Chancen, sie zu fangen! Am besten eignet sich ein Katzenfalle, um die Tiere einzufangen. Diese gibt es im Handel zum Preis von etwa 40 Euro - "googeln" Sie mal "Katzenfalle". Wir leihen Ihnen aber auch gerne unsere Katzenfallen aus! Vielleicht sind Sie sogar ein begabter Bastler und können eine Katzenfalle selbst bauen? Ideal wäre es, wenn sie die Falle schon einige Tage vor dem Fang am Futterplatz lassen. So können sich die Tiere daran gewöhnen. Die speziellen Käfige haben eine Falltür, die sich schnell schließt, wenn die Katze den Auslöse- Mechanismus betritt.

Sie starten am Besten nachts oder am frühen Morgen, wenn Sie die nachtaktiven Tiere fangen wollen. Aber bevor Sie sich aufmachen, sollten Sie den Katzen in der Garage, im Keller oder an einem anderen dunklen, ruhigen Ort ein schönes Plätzchen zum Übernachten herrichten. Aber Achtung vor Flöhen - und dem unangenehmen Geruch des Urins unkastrierter Kater! Wenn es regnet, brauchen Sie es aber gar nicht erst versuchen! Bekanntlich hassen Katzen Regen und verkriechen sich dann lieber. Organisieren Sie alles vorher gut, damit die Katzen nicht zu lange eingesperrt sind. Sprechen Sie sich mit unseren Pflegestellen oder anderen Tierschutzvereinen in ihrer Umgebung ab. Oder wenn Sie selbst für die Tiere sorgen und sie vermitteln möchten, stellen Sie sicher, dass sie mit der ganzen Truppe schon am nächsten Tag zum Tierarzt gehen können, um die Tiere kastrieren zu lassen - klären Sie mit dem Tierarzt, ob er genügend Kapazitäten für eine "Massen-Kastration" hat.

Vor dem Eingriff sollen sie etwa 12 Stunden kein Futter bekommen, was ja auch gewährleistet ist, wenn Sie die Katzen am Abend zuvor nicht gefüttert haben. Bei jungen Katzen müssen Sie aber aufpassen, dass sie nicht zu lange fasten. Vor allem für ausreichend Wasser muss immer gesorgt sein! Die Kastration von gefangenen Katzen ist extrem wichtig! Lassen sie eine Katze unkastriert wieder frei, so werden Sie sie so schnell vermutlich nicht wieder zu fassen bekommen. Vor allem Weibchen werden sich immer an die Katzenfalle erinnern und sind im Allgemeinen misstrauischer als Kater. Kontrollieren Sie deshalb auch unbedingt, ob der Falltür-Mechanismus funktioniert, bevor Sie zur Tat schreiten!

Versuchen Sie also vor allem trächtige Katzen zu fangen, bevor ihre Schwangerschaft zu weit fortgeschritten ist, um sie kastrieren zu lassen. Wenn Sie eine Katze fangen, die noch Katzenmilch in den Zitzen hat, sollten Sie nach den Katzenkindern suchen. Sie können die Katze trotzdem kastrieren lassen, sollten sie aber so schnell wie möglich wieder zu ihren Babys zurückbringen, damit diese nicht sterben. Eine Katzenmutter lässt sich schneller in den Käfig locken, wenn ihre Katzenkinder schon drin sitzen, umgekehrt gilt das auch für die Katzenkinder. Mit rolligen Katzendamen als "Lockvögel" - aber bitte im geschlossenen Käfig - können Sie auch ziemich gut argwöhnische Kater überlisten.

Wenn Sie Katzenkinder eingefangen haben und sie später vermitteln wollen, sollten Sie die Babys im Alter von 5 oder 6 Wochen von der Mutter trennen. Wenn sie schon 8 Wochen alt sind, könnte es schwer werden, sie richtig handzahm zu machen. Besser ist es dann, sie nur zu kastrieren, vielleicht zu entwurmen und zu entflohen und sie wieder in ihrem Gebiet zu befreien. Verwenden Sie am besten stark riechendes Dosenfutter, geräucherten Fisch oder Ösardinen als Köder, und legen Sie kleine Stückchen davon hintereinander bis zur Falle. Achten Sie darauf, dass die Falle auf festem Grund steht. Eine vorsichtige Katze wird sie sonst nicht betreten. Sie können die Falle auch "tarnen" mit einem Stück Stoff. Katzen lieben bekanntlich Höhlen, sie werden dann eher hineingehen als in einen Gitterkäfig. Auf jeden Fall sollten Sie aber den Käfig abdecken, wenn Sie eine Katze darin gefangen haben, damit sie sich sicherer fühlt.

Wenn Sie auf einem öffentlichen Platz auf Katzenfang gehen, tun sie das etwas abseits, damit Spaziergänger sich nicht ständig aus Interesse dem Käfig nähern. Die Katzen schreckt das nur ab. Wenn Sie dann auf den ersten Katzenbesuch warten, lassen Sie die Falle nicht unbeaufsichtigt, damit nicht irgendjemand aus falsch verstandener Tierliebe wieder den Käfig öffnet. Warten auch Sie in einiger Distanz zum Käfig ab, so dass Sie Sichtkontakt haben, aber nicht unbedingt selbst zu sehen sind! Ganz wichtig für Ihre Organisation, wenn Sie an mehreren Orten in einer Nacht auf Fang gehen: Markieren Sie vorher die Käfige. Befestigen Sie etwa ein Etikett, wo Sie den Fundort und eine Beschreibung der Katze festhalten! So stellen Sie sicher, dass Sie die Katze auch wieder an den Ort bringen, wo Sie sie gefunden haben. Versuchen Sie auch immer, die Nachbarn über die Fortschritte in der Katzenkononie zu informieren und Sie in die Problematik einzubinden oder sie zumindest aufzuklären!

Wenn Sie ihre Katzen gefangen haben, säubern sie den Boden von den Futterresten und bringen Sie die Tiere so schnell wie möglich zum Tierarzt, um sie dort kastrieren zu lassen. Vereinbaren Sie am besten schon vorher einen Termin, und schildern Sie die Situation möglichst genau. Möglicherweise werden Sie es auch mit schwerkranken oder missgebildeten Katzen zu tun haben - lesen Sie dazu im "Infos" die Rubrik "Krankheiten". Falls Sie in der Nacht unterwegs sind und Sie die Katze bis zum nächsten Morgen bei sich zuhause übernachten lassen, achten Sie darauf, dass die Tiere kein Futter (wegen der OP) aber ausreichend Wasser bekommen. Und ziehen Sie vorsichtshalber Handschuhe an, wenn Sie den Wassernapf hineinstellen. Passen Sie aber nicht nur vor den Krallen auf, sondern auch, dass ihnen die Katze beim Öffnen des Käfigs nicht entwischt!

Achten Sie darauf, dass Kinder und Haustiere nicht mit den wilden Katzen in Kontakt kommen - vor allem wegen möglicher Krankheiten. Auch Sie selbst sollten vorher sicherstellen, dass Ihr Tetanus-Schutz noch besteht! Waschen Sie sich nach jedem Kontakt mit den Tieren sehr sorgfältig die Hände und ziehen Sie andere Kleidung an, bevor Sie wieder mit Ihren Huastieren in Berührung kommen!

An folgenden Orten sind wir zurzeit aktiv und Sie können das Katzen fangen bei uns lernen und uns helfen:

Diez

Frankfurt

Neu-Isenburg

Darmstadt

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

Ihre Ausstattung fürs Katzen fangen:

- Feste Schuhe, bequeme Kleidung

- Katzenfalle

- Abdeckung für die Falle

- Taschenlampe

- Dosenöffner

- Handy (und Nummer des Tierarztes bzw. Notdienstes, wenn in der Nacht)

- eine Decke für sich und eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee!